Wie Facebooks neue Suchfunktion die Privatsphäre weiter aushöhlt

Wer Facebook auf Englisch verwendet kennt es bereits: Facebooks neue Suchfunktion, Graph-Search. Damit soll Facebook übersichtlicher werden, weil man gezielt nach Inhalten suchen kann. Allerdings verlieren unvorsichtige Benutzer durch die neue Funktion auch die Kontrolle über Bilder, in denen sie markiert sind. Die eigenen Privatsphäre-Einstellungen reichen nicht mehr, um die Fotos unsichtbar zu machen.

Die Idee hinter Graph Search ist ja ganz nett. Ich kann dort etwa gezielt nach Filmen suchen, die meinen Freunden gefallen.  Oder nach Fotos von Städten.

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Soweit, so harmlos. Ich kann aber eben auch nach Fotos von Menschen suchen. Und da wird die Sache bedenklich.

Bislang konnte ich in meinen Privatsphäre-Einstellungen regeln, ob bestimmte getaggte Fotos von mir unsichtbar sein sollen. Unliebsame Party-Fotos oder sonstige Peinlichkeiten konnte ich somit verstecken. Ich hatte die Kontrolle. Hatte.

Denn mit Facebooks Graph Search liegt die Kontrolle nicht mehr bei mir, sondern bei jenen, die die Fotos ins Netz stellen. Frei nach dem Motto: Wenn du mir die Bilder nicht zeigst – deine Freunde tun es bestimmt.

Ein Beispiel: Jemand macht ein unangenehmes Foto, markiert mich darin, postet es auf Facebook und stellt es auf öffentlich. Selbst wenn ich dieses Foto in meinem Profil unsichtbar mache, ist es durch Graph-Search für alle ohne Probleme auffindbar.

Das sollte man nicht unterschätzen. Einer meiner Facebook-Kontakte – eine seriöse Journalistin – hat beispielsweise alle ihre getaggten Fotos (für mich) unsichtbar gemacht. Klicke ich ihr Profil an, sehe ich nichts. Wenn ich aber über Graph-Search nach Fotos von ihr suche, finde ich zum Beispiel das hier:

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Nun handelt es sich hierbei um eine Freundin, die Facebook auch beruflich nutzt. Klar möchte sie nicht, dass solche Fotos öffentlich werden. Das sind sie aber. Und zwar für alle. Der Grund dafür ist, dass der Inhaber das Foto öffentlich gepostet hat. Auch bei Fotos, die für “Freunde von Freunden” sichtbar sind, findet man so einiges, das über das eigene Profil unsichtbar bleibt.

Weil man nicht verhindern kann getaggt zu werden, kann man gegen Graph Search nur eines tun: Die Taggs entfernen. Sonst ist man darauf angewiesen, dass die Urheber der Bilder ihre Einstellungen ändern. Wenn besonders viele unliebsame Fotos auf Facebook sind, wird das zur Herkulesaufgabe.

Graph Search wird in Kürze für alle Facebook-User verfügbar sein. Die Kontrolle über unsere digitalen Daten wird somit weiter erschwert. Ein Weg, den Facebook bereits seit Jahren geht.

Danke Hanna Silbermayr für den Tipp

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Hallo Welt

Mein allererster Blogpost. Die folgenden werden besser, ich verspreche es.

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